Beautiful young woman and her charming little daughter are hugging and smiling

Stell dir vor, du bist 2 Jahre alt und hast eine Mutter, die völlig überfordert ist mit 3 kleinen Kindern. Dein Vater ist so gut, wie nie zu Hause. Er verdient zwar das Geld, kann und will sich aber nicht um Frau und Kinder kümmern. Er erwartet, dass seine Frau den Haushalt und die Kinder „schmeißt“.

Wie gesagt, deiner Mutter geht es nicht gut. Also beschließt du, deine Mama möglichst glücklich zu machen und verhältst dich so, dass du möglichst keine Angriffsfläche für die Wut deiner Mutter bietest.

Du entwickelst sehr feine Antennen dafür, was von dir erwartet wird und wann du „geliebt“ wirst.

Du willst auf keinen Fall Schuld sein, dass Mama unglücklich ist. Wenn du deine Mutter versehentlich verärgerst, schreit sie dich an, knallt die Türen und verschwindet.

Die Strafe für dein „falsches“ Verhalten ist „Liebesentzug“.

Du fühlst dich schuldig, ohnmächtig, hilflos, machtlos und passt noch besser auf, dass diese Situation sich nicht wiederholt. Die natürlich auftretenden Gefühle, wie z.B. Wut oder Angst, werden weggedrückt und einfach nicht mehr gefühlt.

Jetzt bist du erwachsen und kommst gut zurecht in deinem Leben, bis du dich versehentlich in einen Mann verliebst, der dieselben Muster wie deine Mutter hat.

Wenn du ihn verärgerst, redet er nicht mehr mit dir, zieht sich zurück und bricht den Kontakt ab.

Da du nie gelernt hast, adäquat mit diesem Verhalten umzugehen und erwachsen auf das, ebenfalls nicht erwachsene Muster deines Freundes, zu reagieren, schaltet sich in dem Moment das kleine Mädchen von damals ein. Du fühlst Angst, verlassen zu werden, nicht geliebt zu werden, Ohnmacht….. das ganze alte Programm. Die erwachsene Frau ist plötzlich wieder 2 Jahre alt und findet keine Lösung.

In diesem Fall würde ich eine Innere-Kind-Aufstellung anbieten.

Es gibt im Gehirn der Frau keine Verbindung zwischen den Gefühlen des 2jährigen Mädchens und der lösungsorientierten Intelligenz der erwachsenen Frau.

In der Aufstellung wird ein Vertreter für die Frau und ein Vertreter für das Kind in den Raum gebeten. Die beiden lernen sich sozusagen kennen.

Es geht um gesehen werden, Verstehen, Vertrauen und Verantwortung. Die Erwachsene sollte die Verantwortung für schwierige Situationen und die Problemlösung übernehmen und dafür sorgen, dass sich die Kleine entspannen kann.

Oft ist es so, dass der Anteil des kleinen Kindes nie richtig entspannt spielen konnte, weil es wichtiger war zu kontrollieren, ob mit Mama alles in Ordnung war.

In der Kommunikation zwischen den beiden Stellvertretern geht es auch darum, die Wünsche und Sehnsüchte der Kleinen zu entdecken.

Oft möchte sie erstmal kuscheln, spielen, schaukeln oder Vanillepudding essen.

Wenn sie sich sicher und gesehen fühlt und eine gute Kommunikation möglich ist, entsteht im Gehirn der Frau eine neue neuronale Verbindung zwischen alten Gefühlen und der tatsächlichen Gegenwart.

Ab diesem Moment ist sie z.B. in der Lage, auf den Liebesentzug des Freundes erwachsen zu reagieren und ein Gespräch mit ihm zu führen.

In einer solchen Aufstellung wäre es auch sinnvoll, die Mutter und den Vater dazuzuholen und ihnen die Verantwortung für ihr damaliges Verhalten zurückzugeben, um auch dort Frieden zu schaffen, Schuldgefühle aufzulösen und die Eltern-Kind-Rollen wieder richtig zu besetzen.

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